Hauswart · Prüfung · Stand
Die Berufsprüfung Hauswart/in führt zum eidgenössischen Fachausweis. Sie richtet sich an Fachleute, die Liegenschaften betreuen, reinigen, unterhalten und technisch überwachen. Hier liest du, wer zugelassen wird, was geprüft wird und wie du dich neben der Arbeit vorbereitest. Beachte, dass die Prüfung derzeit überarbeitet wird.
Was ist die Berufsprüfung Hauswart/in?
Die Berufsprüfung ist ein eidgenössischer Abschluss der höheren Berufsbildung. Wer sie besteht, erhält den eidgenössischen Fachausweis und darf einen geschützten Titel führen. Der Beruf umfasst Reinigung, Gebäudeunterhalt, Gebäudetechnik, die Pflege von Aussen- und Grünanlagen sowie Administration und Mitarbeiterführung.
Die Prüfung führt die Prüfungskommission im Auftrag der Trägerschaft durch. Zur Trägerschaft gehören nach der Prüfungsordnung unter anderem der Schweizerische Fachverband der Hauswarte (SFH), der Berufsverband ausgebildeter Hauswarte (BAH), Allpura, CURAVIVA, suissetec und die Personalverbände VPOD und Unia. Die offizielle Seite ist pruefung-hauswart.ch mit Prüfungsordnung, Wegleitung, Notenkonzept, Terminen und Kosten. Die Seite weist ausserdem darauf hin, dass die eidgenössischen Prüfungen Hauswart/in BP und Hausmeister/in HFP überarbeitet werden. Prüfe die aktuellen Unterlagen deshalb vor der Anmeldung.
Zulassung
Nach Ziff. 3.31 der Prüfungsordnung (gültig seit der Prüfung 2018) wird zugelassen, wer diese Voraussetzungen erfüllt:
- Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ)
- Bei der Anmeldung mindestens zwei Jahre Berufspraxis als Hauswart/in mit einem Pensum von 80 Prozent
- ECDL Base (heute ICDL Base, Computerzertifikat)
- Kursausweis als Berufsbildner/in in Lehrbetrieben
- Fachbewilligung für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in speziellen Bereichen
- Nothelferausweis mit CPR
Die Zulassung im Detail erklärt der Ratgeber Zulassung und Prüfungsteile. Wenn dir einzelne Nachweise fehlen, hole sie früh nach, denn Kurse sind nicht immer kurzfristig verfügbar.
Prüfungsaufbau
Die Prüfung hat nach Ziff. 5.11 der Prüfungsordnung sechs Prüfungsteile und dauert insgesamt 11,25 Stunden.
| Prüfungsteil | Art | Dauer |
|---|---|---|
| 1 Reinigung | schriftlich und praktisch | je 1 Stunde |
| 2 Gebäudeunterhalt | schriftlich und praktisch | je 1 Stunde |
| 3 Gebäudetechnik | schriftlich und praktisch | je 1 Stunde |
| 4 Sport-, Aussen- und Grünanlagen | schriftlich und praktisch | je 1 Stunde |
| 5 Administration und Mitarbeiterführung | schriftlich und mündlich | 2 Stunden schriftlich, 45 Minuten mündlich |
| 6 Vernetzung und Kommunikation | vorher erstellte schriftliche Arbeit und mündlich | 30 Minuten mündlich |
Die schriftliche Arbeit für Teil 6 reichst du mit der Anmeldung ein. Sie dient als Grundlage für eine Präsentation oder ein Prüfungsgespräch.
Notenberechnung
In der Schweiz wird mit Noten von 1 bis 6 bewertet, wobei 4 die Note für genügende Leistungen ist. Die Gesamtnote ist das Mittel der sechs Prüfungsteilnoten. Du bestehst nach Ziff. 6.41 der Prüfungsordnung, wenn die Gesamtnote mindestens 4,0 beträgt, keine Teilnote unter 3,0 und höchstens eine unter 4,0 liegt. Wie sich die Teilnoten aus den Positionen ergeben, zeigt das Notenkonzept auf pruefung-hauswart.ch. Das Grundprinzip der Notenberechnung und Rundung erklärt Schweizer Notensystem bei Prüfungen.
Kosten und Bundesbeiträge
Die grösste Position sind die Kurse. Kursanbieter nennen auf berufsberatung.ch Preise von rund CHF 10'000 bis 12'000, je nach Anbieter mit oder ohne Lehrmittel und Modulprüfungen. Hinzu kommt die Gebühr für die eidgenössische Prüfung selbst. Sie beträgt laut Ausschreibung 2027 CHF 2'200, dazu CHF 50 für Fachausweis und Registrierung.
Der Bund erstattet bei Berufsprüfungen 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, höchstens CHF 9'500. Bei Kursgebühren von CHF 10'000 wären das CHF 5'000. Du erhältst den Beitrag nach der Prüfung, unabhängig vom Ergebnis, und der Kurs muss auf der Meldeliste des SBFI stehen. Alle Bedingungen: Bundesbeiträge für Vorbereitungskurse.
Termine und zuständige Stelle
Ausschreibung, Anmeldung und Termine veröffentlicht die Prüfungskommission auf pruefung-hauswart.ch. Laut Ausschreibung findet die Prüfung 2027 vom 2. bis 16. Oktober 2027 in Niederhasli ZH statt. Die Anmeldung ist ab dem 4. Januar 2027 möglich, Anmeldeschluss und Zahlungsfrist ist der 12. Februar 2027. Es gelten die Prüfungsordnung und die Wegleitung 2018.
Die Themenbereiche
Unsere Übungsfragen sind in sechs Bereiche gegliedert. Du kannst sie einzeln üben.
- Reinigung
- Gebäudeunterhalt
- Gebäudetechnik
- Sport-, Aussen- und Grünanlagen
- Administration und Mitarbeiterführung
- Vernetzung, Kommunikation, Arbeitssicherheit, Umwelt
Lernplan neben dem Job
Rechne mit zehn Wochen bei fünf bis sieben Stunden pro Woche, wenn du schon im Beruf arbeitest. Beginne mit dem Fach, das dir am fremdesten ist. Für viele ist das die Gebäudetechnik. Die Reinigung lässt sich gut mit dem Sinner'schen Kreis strukturieren, die Technik mit dem Thema Legionellen und Warmwasser.
Einen Wochenplan und typische Fehler findest du im Ratgeber Lernplan und typische Fehler.
Für wen sich die Prüfung eignet
Die Berufsprüfung ist für Personen gedacht, die als Hauswart oder Hauswartin Verantwortung für Liegenschaften tragen, Teams anleiten und mit Verwaltungen, Handwerkern und Mietenden zusammenarbeiten. Sie vertieft Fachwissen in Technik, Reinigung und Unterhalt und ergänzt es um Administration, Recht und Führung.
Die Prüfung verlangt breites Wissen, das sich in der Praxis nicht jeden Tag zeigt. Viele Kandidierende kennen die Reinigung gut, haben aber mit Gebäudetechnik oder Mietrecht weniger Erfahrung. Prüfe zu Beginn ehrlich, wo deine Lücken liegen, und gewichte deine Lernzeit danach.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Selbsttest
Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.
Aufgabe 1
Im Schulhaus Birkenweg ist der Linoleumboden im Gang stark verschmutzt. Der Hauswart Marco Keller möchte nicht stärker dosieren, weil das Material empfindlich ist. Welche Anpassung gleicht nach dem Sinner'schen Kreis die geringere Chemie aus?
- Einwirkzeit verlängern oder Mechanik verstärken, um die geringere Chemie auszugleichen
- Die Wassertemperatur senken und gleichzeitig die Einwirkzeit verkürzen, damit der Boden geschont wird
- Den Reiniger zusätzlich mit einem zweiten Produkt mischen, damit die Wirkung der Chemie sicher steigt
- Den Boden nur trocken wischen, weil Wasser und Chemie bei Linoleum grundsätzlich nicht zusammenpassen
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Richtig: A. Der Sinner'sche Kreis beschreibt die vier Faktoren Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit. Verringert man einen Faktor, müssen andere erhöht werden.
Aufgabe 2
Auf der Etikette eines Entkalkers steht der Gefahrenhinweis «H314». Was sagt dieser Hinweis aus?
- Das Produkt kann einen Brand verursachen oder verstärken und ist deshalb von brennbaren Materialien fernzuhalten, und für die Anwendung ist eine behördliche Bewilligung nötig
- Das Produkt verursacht lediglich Hautreizungen, weshalb bei Kontakt das Abwischen der Haut genügt
- Das Produkt verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden, deshalb sind Schutzbrille und Handschuhe zu tragen
- Das Produkt ist giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung und gehört nicht in den Ausguss
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Richtig: C. Gefahrenhinweise (H-Sätze) beschreiben die Art der Gefahr. H314 bedeutet schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.
Aufgabe 3
Welche Stufe steht in der klassischen Vier-Stufen-Methode der Arbeitsinstruktion am Anfang?
- Nachmachen lassen: Die Person führt die Tätigkeit selbst aus, während die Instruktorin zusieht und korrigiert.
- Üben und Kontrollieren: Die Person festigt den Ablauf selbständig, die Ergebnisse werden anschliessend überprüft.
- Vorbereiten: Lernziel nennen, Vorwissen klären und Material sowie Arbeitsplatz bereitstellen, bevor gezeigt wird.
- Vormachen und Erklären: Die Instruktorin zeigt die Tätigkeit Schritt für Schritt und begründet jeden Handgriff.
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Richtig: C. Die Vier-Stufen-Methode beginnt mit der Vorbereitung, dann folgen Vormachen und Erklären, Nachmachen lassen sowie Üben und Kontrollieren.
Beispielfragen aus dem Gratis-Test
Wähle eine Antwort im Kopf und öffne dann die Lösung.
Frage 1
Eine Hauswartin entdeckt im Putzraum, dass ein Gebinde Rohrreiniger undicht ist und die Flüssigkeit auf den Boden läuft. Welche Reihenfolge ist richtig?
- Mit Schutzbrille und Handschuhen Leck stoppen, aufsaugen, entsorgen
- Die Flüssigkeit mit viel Wasser in den Bodenablauf spülen, damit sie verschwindet
- Barfuss und ohne Handschuhe die Lache aufwischen, um schnell zu sein
- Das undichte Gebinde in den normalen Kehricht werfen
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Richtig: A. Bei Leckagen gilt: Selbstschutz, Ausbreitung stoppen, aufnehmen und als Sonderabfall bzw. nach Datenblatt entsorgen.
Frage 2
Der Hauswart plant die jahreszeitlichen Arbeiten für die Siedlung «Im Grüntal» in Wil. Welche Arbeit gehört typischerweise in den Spätherbst, nach dem Laubfall?
- Fassade mit einem Hochdruckreiniger abspritzen und danach sofort neu streichen, weil die Witterung ideal ist
- Alle Fenster ausbauen und die Dichtungsgummis über den Winter in einem warmen Raum lagern
- Die Wärmedämmung der Fassade nachträglich anbringen, da die tiefen Temperaturen das Kleben erleichtern
- Dachrinnen, Fallrohre und Hofabläufe von Laub befreien und Aussenwasserhahnen vor Frost entleeren
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Richtig: D. Nach dem Laubfall verstopfen Blätter Rinnen und Abläufe. Bei Frost gefrieren Wasserleitungen im Aussenbereich, daher werden Aussenhahnen abgesperrt und entleert. Eine saisonale Planung verhindert Wasser- und Frostschäden.
Frage 3
Beim Austausch eines Treppenhauslichts im Haus Wegmatt soll der Hauswart die Leuchte selber vom Netz trennen und neu verdrahten. Wie ist das einzustufen?
- Das ist erlaubt, wenn vorher mit dem Spannungsprüfer die Spannungsfreiheit kontrolliert wurde, weil Hauswarte Fachkunde besitzen
- Das ist erlaubt, sobald der Mieter schriftlich zustimmt, weil das Treppenhaus gemeinsamer Bereich ist
- Das Neuverdrahten fester Installationen ist bewilligungspflichtig und gehört einem Elektroinstallateur
- Das ist erlaubt, wenn nur Leuchten mit LED-Technik eingesetzt werden, da diese nie Strom führen
Lösung und Erklärung anzeigen
Richtig: C. Leuchten, die fest verdrahtet sind, dürfen nur Personen mit elektrotechnischer Bewilligung ersetzen. Der Hauswart kann das Leuchtmittel wechseln, aber nicht verdrahten.
Frage 4
Ein Mieter der Wohnüberbauung «Rosengarten» in Aarau streut grosse Mengen Haushaltssalz vor den Hauseingang. Was unternimmt der Hauswart am besten?
- Das Salz in der Nacht heimlich zusammenkehren, damit der Mieter nichts merkt
- Dem Mieter ein Bussgeld verrechnen, weil Salz generell verboten ist
- Den Mieter freundlich auf die Umweltbelastung hinweisen, Splitt der Siedlung zur Verfügung stellen und auf die Hausordnung verweisen
- Den Mieter gewähren lassen, weil Winterdienst Sache der Mieter ist und nicht des Hauswarts
Lösung und Erklärung anzeigen
Richtig: C. Ein sachliches Gespräch mit einer praktikablen Alternative löst solche Konflikte am besten. Der Hauswart verweist auf die Vorgaben der Hausordnung und der Gemeinde und stellt abstumpfende Mittel bereit; Bussen gehören nicht zu seinen Befugnissen.
Frage 5
Wer trägt grundsätzlich die kleinen Reinigungen und Ausbesserungen, die zum gewöhnlichen Unterhalt der Mietwohnung gehören?
- Die Mietenden, soweit diese Arbeiten nach Ortsgebrauch zum gewöhnlichen Unterhalt der Wohnung gehören.
- Die Vermieterin, weil sie für den Zustand der gesamten Mietsache umfassend und ohne Ausnahme zuständig bleibt.
- Der Hauswart persönlich, weil er für alle Reparaturen im Haus auf eigene Kosten einstehen muss.
- Die Gemeinde, weil der Unterhalt von Wohnraum als öffentlicher Auftrag des Staates gilt.
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Richtig: A. Für kleine Reinigungen und Ausbesserungen, die dem gewöhnlichen Unterhalt dienen, sind die Mietenden verantwortlich. Grössere Reparaturen und Mängel gehen zulasten der Vermieterin.
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Häufige Fragen
Wer ist für die Prüfung zuständig?
Die Prüfungskommission im Auftrag der Trägerschaft (unter anderem SFH und BAH). Ausschreibung, Anmeldung, Termine und Kosten stehen auf pruefung-hauswart.ch.
Welche Voraussetzungen werden genannt?
Die Prüfungsordnung verlangt ein EFZ, zwei Jahre Praxis als Hauswart/in mit 80 Prozent Pensum, ECDL/ICDL Base, den Kursausweis als Berufsbildner/in, die Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel und einen Nothelferausweis mit CPR.
Wird die Prüfung geändert?
Die Prüfungskommission weist auf ihrer Website auf die Überarbeitung der eidgenössischen Prüfungen hin. Lies vor der Anmeldung die aktuellen Unterlagen.
Wie viel zahlt der Bund?
50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren, bei einer Berufsprüfung höchstens CHF 9'500, nach der Prüfung und unabhängig vom Ergebnis.
Wie viel Zeit brauche ich zum Lernen?
Für die Wiederholung vor der Prüfung sind zehn Wochen mit fünf bis sieben Stunden pro Woche ein guter Richtwert. Die Kurse davor sind nicht eingerechnet.
Quellen und weiterführende Links
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