Kalkulation, Warenschwund und MWST im Detailhandel berechnen

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Detailhandelsfachleute EFZ · Rechnen · Stand

Im Detailhandel rechnest du jeden Tag: Preise, Zuschläge, Schwund und Steuern. Mit einem festen Schema kommst du vom Einkaufspreis zum Verkaufspreis und wieder zurück.

Detailhandelsangestellte kalkuliert im Lager mit Taschenrechner und Laptop

Das Kalkulationsschema

Von Bezugspreis zu Verkaufspreis
SchrittBedeutung
Einkaufspreis (Listenpreis)Preis laut Lieferant
− Rabatt, − SkontoPreisnachlässe
+ BezugskostenFracht, Zoll, Verpackung
= EinstandspreisWas die Ware dem Geschäft kostet
+ Bruttogewinn (Handelsspanne)Deckt Betriebskosten und Gewinn
= NettoverkaufspreisPreis ohne Mehrwertsteuer
+ MehrwertsteuerNach Steuersatz
= BruttoverkaufspreisPreis an der Kasse

Begriffe wie Einstandspreis, Bezugspreis oder Selbstkosten werden je nach Lehrmittel unterschiedlich benutzt. Halte dich an das Schema deiner Schule.

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Mehrwertsteuer-Sätze

Die Schweiz kennt seit 1. Januar 2024 drei Sätze: den Normalsatz von 8,1 %, den reduzierten Satz von 2,6 % (zum Beispiel für Lebensmittel, Bücher, Zeitungen) und den Sondersatz von 3,8 % für Beherbergungsleistungen. Die Grundlage ist das Mehrwertsteuergesetz (MWSTG, SR 641.20). Aktuelle Angaben findest du bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV).

  • Brutto = Netto × (1 + Satz). Beispiel: 100 × 1,081 = 108,10.
  • Netto = Brutto / (1 + Satz). Beispiel: 108,10 / 1,081 = 100.

Rechenbeispiel 1: Verkaufspreis kalkulieren

Ein Paar Schuhe: Listenpreis CHF 80.00, Rabatt 10 %, Bezugskosten CHF 4.00, Bruttogewinnzuschlag 50 %, MWST 8,1 %.

Einkaufspreis nach Rabatt: 80.00 − 8.00 = 72.00. Einstandspreis = 72.00 + 4.00 = 76.00. Bruttogewinn = 50 % × 76.00 = 38.00. Nettoverkaufspreis = 114.00. MWST = 8,1 % × 114.00 = 9.23. Bruttoverkaufspreis = 123.23.

Rechenbeispiel 2: Rückwärts rechnen

Ein Artikel kostet an der Kasse CHF 64.86 (Normalsatz). Nettoverkaufspreis = 64.86 / 1,081 = 60.00. Der Einstandspreis ist CHF 40.00. Bruttogewinn = 20.00. Zuschlag auf den Einstandspreis = 20 / 40 = 50 %. Handelsspanne (bezogen auf den Nettoverkaufspreis) = 20 / 60 = 33,3 %.

Unterscheide Zuschlag (Basis Einstandspreis) und Spanne (Basis Nettoverkaufspreis). Beide sind Prozente des Bruttogewinns, aber auf verschiedener Grundlage.

Warenschwund

Warenschwund ist der ungeplante Verlust von Ware. Typische Ursachen sind Ladendiebstahl durch Kundschaft oder Personal, Bruch und Verderb sowie Erfassungsfehler im Wareneingang oder an der Kasse. Eine geplante, korrekt ausgezeichnete Preisreduktion ist kein Schwund.

Du erkennst ihn durch die Inventur: Sollbestand laut Warenwirtschaftssystem minus Istbestand laut Zählung.

Beispiel: Soll 1'250 Stück, Ist 1'219 Stück. Schwund = 31 Stück. Bei einem Einstandspreis von CHF 12.00 entspricht das CHF 372.00. Schwundquote = 31 / 1'250 = 2,5 %.

Massnahmen gegen Schwund

  • Wareneingang genau kontrollieren und erfassen.
  • Übersichtliche Verkaufsflächen, Sicherungsetiketten, Kameras im Rahmen des Datenschutzes.
  • FIFO und Kontrolle der Haltbarkeit bei Lebensmitteln.
  • Regelmässige Inventur, Kassenabrechnung mit Vier-Augen-Prinzip.

Preisreduktionen

Reduktion in Prozent: Neuer Preis = alter Preis × (1 − Prozentsatz). Beispiel: 123.23 mit 20 % Rabatt ergibt 98.58. Beachte, dass die Reduktion den Gewinn senkt: Der Nettopreis fällt auf 98.58 / 1,081 = 91.19, der Einstandspreis bleibt bei 76.00, der Bruttogewinn sinkt von 38.00 auf 15.19.

Typische Fehler

Weiter: Kundenberatung, Lernplan und Hauptratgeber.

  • MWST auf den falschen Preis gerechnet (auf den Einstandspreis statt auf den Nettoverkaufspreis).
  • Zuschlag und Spanne verwechselt.
  • Den Rabatt vom falschen Betrag berechnet.
  • Schwund und geplante Reduktionen vermischt.

Skonto und Zahlungskonditionen

Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung. Konditionen wie «10 Tage 2 %, 30 Tage netto» bedeuten: Zahlst du innerhalb von 10 Tagen, ziehst du 2 % ab, sonst ist der volle Betrag nach 30 Tagen fällig. Beispiel: Rechnung CHF 1'000.00 mit 2 % Skonto ergibt bei Zahlung nach 10 Tagen CHF 980.00. Skonto reduziert den Einstandspreis und erhöht den Gewinn.

Umsatz, Gewinn, Lagerumschlag

Ein hoher Umschlag senkt das gebundene Kapital. Zu knapp bemessene Bestände bergen das Risiko von Lieferengpässen.

Kennzahlen im Detailhandel
KennzahlFormelBeispiel
BruttogewinnNettoverkaufspreis − Einstandspreis60 − 40 = 20
UmsatzMenge × Nettoverkaufspreis500 × 60 = 30'000
LagerumschlagWareneinsatz / durchschnittlicher Lagerbestand120'000 / 30'000 = 4
Lagerdauer360 / Lagerumschlag360 / 4 = 90 Tage

Preisauszeichnung

Preise für Konsumentinnen und Konsumenten müssen gut sichtbar und als Endpreise in Schweizer Franken angegeben sein. Die Grundlagen finden sich in der Preisbekanntgabeverordnung (PBV, SR 942.211). Bei Waren, die nach Gewicht oder Volumen verkauft werden, ist zusätzlich ein Grundpreis anzugeben. Der Detailhandel muss zudem Preisreduktionen nachvollziehbar darstellen. Die Details prüfst du in der geltenden Verordnung und in den Weisungen deines Betriebs.

Aktionspreis und Mengenrabatt

Eine Aktion «3 für 2» bedeutet, dass beim Kauf von drei Stück ein Stück gratis ist. Der Durchschnittspreis pro Stück beträgt dann zwei Drittel des Einzelpreises. Bei einem Einzelpreis von CHF 12.00 zahlt die Kundin CHF 24.00 für drei Stück, also CHF 8.00 pro Stück, das sind 33,3 % Rabatt. Prüfe, ob der Gewinn trotzdem positiv bleibt: Liegt der Einstandspreis bei CHF 6.00, bleibt pro Stück CHF 2.00 Bruttogewinn (vor MWST gerechnet vereinfacht). Rechne immer mit dem Nettopreis, wenn du Gewinne beurteilst.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Welche MWST-Sätze gelten?

Normalsatz 8,1 %, reduzierter Satz 2,6 %, Sondersatz Beherbergung 3,8 %. Aktuelle Angaben bei der ESTV prüfen.

Wie komme ich vom Brutto- zum Nettopreis?

Bruttopreis geteilt durch 1 plus Steuersatz, bei 8,1 % also durch 1,081.

Was ist der Unterschied zwischen Zuschlag und Spanne?

Der Zuschlag bezieht sich auf den Einstandspreis, die Spanne auf den Nettoverkaufspreis.

Was ist Warenschwund?

Ungeplanter Warenverlust durch Diebstahl, Bruch, Verderb oder Erfassungsfehler.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitLernplan und typische Fehler bei Detailhandelsfachleuten EFZ

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