Gastro-Betriebsleiter · Lernplan · Stand
Die Abschlussprüfung G2 verlangt mehr als Wissen. Du musst Zahlen, Recht und Führung in einer Fallstudie verbinden und im Fachgespräch begründen. Dieser Plan verteilt die Vorbereitung auf zwölf Wochen und zeigt Fehler, die in den Prüfungsfragen immer wieder auftreten.
Voraussetzungen für den Plan
Der Plan geht davon aus, dass du die Module bereits besucht hast oder gerade abschliesst und die letzten zwölf Wochen vor der Abschlussprüfung gezielt wiederholst. Plane etwa fünf bis sieben Stunden pro Woche ein. Das Lernreflexionsdossier musst du spätestens sechs Wochen vor der Prüfung abgeben. Es braucht rund 100 Stunden Arbeit und gehört also nicht in diese zwölf Wochen, sondern in die Ausbildungszeit davor.
Der Plan für zwölf Wochen
| Woche | Schwerpunkt | Übung |
|---|---|---|
| 1 bis 2 | Finanzen: Erfolgsrechnung, Kennzahlen, Wareneinsatz | Rechenaufgaben, Kennzahlen interpretieren |
| 3 | Deckungsbeitrag, Break-even, Budget | Szenarien rechnen (Ratgeber zu Deckungsbeitrag und Break-even) |
| 4 bis 5 | Personalführung und HR | Führungsstile, Mitarbeitergespräche, Einsatzplanung |
| 6 | Recht: Arbeitsrecht, Miet- und Kaufvertrag | Fälle zu Probezeit, Kündigung, Konkurrenzverbot |
| 7 | Betriebsführung und Strategie | Leitbild, Prozesse, Engpässe, Nachhaltigkeit |
| 8 | Marketing, Verkauf, Gästebindung | Preispolitik, Reklamationen, Online-Reputation |
| 9 | Qualität, Hygiene, Arbeitssicherheit | Selbstkontrolle, HACCP, Brandschutz |
| 10 | Wahlpflichtmodul | Stoff deines Wahlmoduls wiederholen |
| 11 | Fallstudien unter Zeit | Eine komplette Fallstudie in 180 Minuten |
| 12 | Fachgespräch üben | Mündlich erklären und Entscheide begründen |
Fehler bei Zahlen
- Fixkosten im Deckungsbeitrag verteilen: Der Deckungsbeitrag je Gericht kennt nur Preis und variable Kosten.
- Aktion falsch beurteilen: Ein tieferer Preis erhöht die Break-even-Menge, auch wenn mehr Gäste kommen könnten.
- Mit Bruttopreisen rechnen: In Kalkulationen immer vom Nettopreis ausgehen.
- Mischkalkulation mit Zuschlagskalkulation verwechseln.
Fehler bei Recht
- Kündigungsfrist von Wohn- und Geschäftsräumen verwechseln: Für Geschäftsräume gelten bei unbefristeten Verträgen sechs Monate auf einen ortsüblichen Termin (Art. 266d OR), nicht drei.
- Konkurrenzverbot mündlich gelten lassen: Es braucht die Schriftform.
- Sperrfristen vergessen: Eine Kündigung während der Krankheitssperrfrist ist nichtig.
- Den L-GAV ausser Acht lassen: Prüfe immer, ob er etwas anderes vorsieht.
Fehler bei Führung und Betrieb
- Immer denselben Stil wählen: Das situative Führen richtet den Stil nach dem Reifegrad. Neue, motivierte Mitarbeitende ohne Fachwissen brauchen klare Anweisungen und enge Anleitung.
- Konflikte durch Verbote lösen: Wirksam ist, beide anzuhören, Interessen zu klären, nach betrieblichen Kriterien zu entscheiden und den Entscheid zu begründen.
- Energiesparen ohne Messung: Zuerst den Verbrauch nach Bereichen messen, dann priorisieren und investieren.
- Engpässe am falschen Ort lösen: Optimiere dort, wo die Kapazit ät knapp ist.
Fallstudie: Vorgehen
Die Fallstudie dauert 180 Minuten und hat das grösste Gewicht. Verschaffe dir zuerst einen Überblick über alle Aufgaben und verteile die Zeit grob nach Punkten. Unterstreiche Zahlen und Fakten, markiere Widersprüche und schreibe in kurzen, strukturierten Sätzen. Eine Antwort besteht idealerweise aus Analyse, Varianten und begründeter Empfehlung.
Wenn du bei einer Aufgabe hängst, geh weiter und komm später zurück. Es ist besser, alle Aufgaben anzugehen als eine perfekt zu lösen.
Fachgespräch: Vorgehen
Im Fachgespräch stellst du Handlungsvarianten vor und begründest dein Vorgehen. Sprich in ganzen Gedanken: Ausgangslage, Optionen, Entscheid, Folgen. Bring Beispiele aus deinem Betrieb mit, das wirkt glaubwürdig. Wenn du etwas nicht weisst, sag es offen und erkläre, wie du es klären würdest.
Wenn es nicht klappt
Bestehst du nicht, analysiere, in welchem Teil du Punkte verloren hast. Die Wiederholungsregeln der Abschlussprüfung stehen in der Prüfungsordnung. Frag bei GastroSuisse nach, welche Teile du nochmals ablegen musst und bis wann. Modulprüfungen G2 kannst du laut Wegleitung jederzeit wiederholen. Eine Übersicht über alle Schritte siehst du im Hauptratgeber G2 und im Ratgeber Module und Abschlussprüfung.
Wöchentliche Routine
Halte dich nicht sklavisch an den Plan. Wenn ein Thema mehr Zeit braucht, verschiebe ein leichteres. Wichtig ist, dass jede Woche etwas Gelerntes angewendet wird, nicht nur gelesen.
- Montag bis Donnerstag: je 45 bis 60 Minuten für das Wochenthema, mit Fragen und kurzen Notizen.
- Samstag: zwei bis drei Stunden für eine grössere Aufgabe, etwa eine Fallstudie oder eine Rechenserie.
- Sonntag: eine halbe Stunde Rückblick, Fehlerliste aktualisieren und die nächste Woche planen.
Wichtig zu wissen
Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.
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Häufige Fragen
Wann beginne ich mit der Vorbereitung?
Die Wiederholung planst du etwa zwölf Wochen vor der Prüfung ein. Das Lernreflexionsdossier beginnst du viel früher, denn es braucht etwa 100 Stunden.
Wie übe ich für die Fallstudie?
Löse komplette Fallstudien in der vollen Zeit von 180 Minuten und vergleiche dein Ergebnis mit einer Musterlösung oder mit Kolleginnen und Kollegen.
Wie gehe ich mit Rechenaufgaben um?
Schreib jeden Schritt auf, rechne mit Nettopreisen und runde Mengen auf. So bekommst du auch bei einem Rechenfehler Teilpunkte.
Was mache ich, wenn ich mich blockiert fühle?
Mach eine Pause, beginne mit einer leichteren Aufgabe und komm später zurück.
Quellen und weiterführende Links
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