ABC-Analyse und Lagerplatzvergabe für Logistiker/innen EFZ

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Logistiker/in EFZ · Lagerorganisation · Stand

Die ABC-Analyse ist eine der häufigsten Rechnungen in der Logistik. Sie zeigt, welche Artikel den grössten Anteil am Wert haben und wo sie im Lager liegen sollen.

Idee der ABC-Analyse

Wenige Artikel machen einen grossen Teil des Umsatzes oder Verbrauchs aus. Die ABC-Analyse teilt das Sortiment deshalb in drei Klassen ein. Üblich sind Grenzen um 80 %, 15 % und 5 % des Wertanteils, aber betriebsabhängig. Nimm die Grenzen aus der Aufgabe.

Klassen
KlasseAnteil am WertAnteil an ArtikelnBedeutung
Aca. 80 %ca. 20 %Sehr wichtig, enge Überwachung
Bca. 15 %ca. 30 %Mittlere Bedeutung
Cca. 5 %ca. 50 %Geringer Wert, einfache Steuerung
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Rechnen in fünf Schritten

  • Wert pro Artikel berechnen (Menge × Preis).
  • Artikel nach Wert absteigend sortieren.
  • Gesamtwert bilden und Anteil pro Artikel berechnen.
  • Anteile kumulieren (aufaddieren).
  • Mit den Grenzen A, B und C zuteilen.

Rechenbeispiel

Zehn Artikel haben einen Jahresumsatz von insgesamt CHF 1'000 (in Tausend). Sortiert nach Umsatz:

ABC-Einteilung
ArtikelUmsatzAnteilKumuliertKlasse
140040 %40 %A
225025 %65 %A
315015 %80 %A
4808 %88 %B
5606 %94 %B
6252,5 %96,5 %C
7151,5 %98 %C
8101 %99 %C
950,5 %99,5 %C
1050,5 %100 %C

Ergebnis: 3 von 10 Artikeln (30 %) machen 80 % des Umsatzes aus. Artikel 4 und 5 gelten als B, bis rund 94 %. Die übrigen fünf sind C-Artikel mit 6 % des Umsatzes.

Folgen für die Lagerplatzvergabe

A-Artikel haben den höchsten Wert oder die häufigsten Zugriffe. Sie liegen an gut erreichbaren Plätzen nahe dem Warenausgang, damit Wegzeiten klein bleiben. C-Artikel mit seltenem Zugriff kommen weiter weg oder in höhere Regalebenen.

  • Schwere und häufig gebrauchte Ware in Greifhöhe oder am Boden.
  • Leichte, seltene Ware in höheren Ebenen.
  • Gefahrengut nach Kennzeichnung und Vorgaben getrennt lagern.
  • Ordnungssystem pflegen: feste Plätze oder chaotische Lagerhaltung, je nach Betrieb.

FIFO, LIFO und FEFO

Entnahmeprinzipien
PrinzipBedeutungTypisch für
FIFOFirst in, first out: Älteste Ware zuerstAllgemeine Ware, Verbrauchsgüter
LIFOLast in, first out: Neueste Ware zuerstSchüttgut, Blocklager
FEFOFirst expired, first out: Kürzestes Ablaufdatum zuerstLebensmittel, Medikamente

ABC kombiniert mit XYZ

Die XYZ-Analyse beurteilt, wie regelmässig ein Artikel verbraucht wird. X-Artikel haben konstanten Verbrauch, Z-Artikel schwankenden. Die Kombination zeigt zum Beispiel: AX-Artikel eignen sich für genaue Planung, CZ-Artikel für Beschaffung auf Abruf.

Typische Fehler

Siehe auch Lagerkennzahlen berechnen und Lernplan und typische Fehler.

  • Nicht nach Wert absteigend sortiert.
  • Anteile nicht kumuliert.
  • Klassen nach der Zahl der Artikel statt nach dem Wertanteil gebildet.
  • A-Artikel möglichst weit weg vom Ausgang platziert.

Lagerarten und Ordnungssysteme

Beim Ordnungssystem unterscheidest du feste Lagerplätze (jeder Artikel hat seinen Platz) und chaotische Lagerhaltung (Ware kommt auf einen freien Platz, das Lagerverwaltungssystem merkt sich den Ort).

Häufige Lagerarten
LagerartMerkmalGeeignet für
BlocklagerWare wird gestapelt, ohne RegalGrosse Mengen gleicher Artikel
PalettenregalJede Palette einzeln zugänglichGemischtes Sortiment
FachbodenregalKleinteile in FächernKommissionierung kleiner Mengen
DurchlaufregalWare läuft nach dem FIFO-PrinzipVerbrauchsgüter, kurze Zugriffe
HochregallagerHohe Lagerung mit FördertechnikGrosse Umschlagsmengen

Weg- und Zeitoptimierung beim Kommissionieren

Die Kommissionierleistung misst, wie viele Positionen pro Stunde bearbeitet werden. Ziel ist hohe Leistung bei tiefer Fehlerquote.

  • Häufig gebrauchte Artikel nahe Warenausgang und in Griffhöhe lagern.
  • Wege kurz halten: Zusammengehörige Artikel nebeneinander lagern.
  • Kommissionierwege nach festen Routen planen.
  • Mehrere Aufträge zusammenfassen (Batch), wenn es sinnvoll ist.
  • Beschriftungen und Scanner nutzen, um Fehler zu vermeiden.

Wann die ABC-Analyse an Grenzen stösst

Die ABC-Analyse beruht auf Werten der Vergangenheit. Saisonartikel, neue Produkte und Aktionen können die Einteilung verzerren. Ein günstiger Artikel kann trotzdem kritisch sein, wenn er für die Produktion unverzichtbar ist. Deshalb ergänzt man die Analyse oft mit Informationen zu Zugriffshäufigkeit, Volumen und Gewicht. Prüfe die Klassen regelmässig und passe die Lagerplätze an, wenn sich das Sortiment verändert.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Wo kommen A-Artikel hin?

In die Nähe des Warenausgangs und an gut erreichbare Plätze.

Sind die 80/15/5-Grenzen verbindlich?

Nein, sie sind ein üblicher Richtwert. Die Aufgabe nennt die Grenzen.

Was ist FEFO?

First expired, first out: Ware mit dem kürzesten Ablaufdatum wird zuerst entnommen.

Wozu dient die XYZ-Analyse?

Sie bewertet die Regelmässigkeit des Verbrauchs und ergänzt die ABC-Analyse.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitLernplan und typische Fehler bei Logistiker/in EFZ

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