Wirtepatent (WP): 23 kostenlose Übungsfragen

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Die Auswahl stammt aus unseren Ratgebern und aus dem Gratis-Test. Fragen, Antworten und Erklärungen sind auf Deutsch.

Frage 1 · Wirtepatent · Prüfung

Der Turnverein Hinterdorf organisiert ein zweitägiges Dorffest mit Festwirtschaft. Wie ist die Rechtslage im Grundsatz?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Für einzelne Anlässe mit Ausschank kennen die Kantone in der Regel eine besondere Bewilligung für Gelegenheitswirtschaften

Die Kantone regeln Gelegenheitswirtschaften meist separat und mit leichteren Voraussetzungen als den Dauerbetrieb. Eine Bewilligung ist aber auch für Vereine in der Regel nötig.

Hintergrund und Quellen: Wirtepatent und Wirteprüfung 2027: Kantone, G1, Ablauf, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 2 · Wirtepatent · Prüfung

In der Dorfbeiz Eintracht in Sursee wird eine Platte mit Kalkulationsfaktor 4 kalkuliert. Welchen Anteil macht der Wareneinsatz am Nettoverkaufspreis aus?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Ein Viertel, also 25 % des Nettoverkaufspreises

Der Wareneinsatzanteil ist der Kehrwert des Faktors: Faktor 4 ergibt 1/4 oder 25 %. Je höher der Faktor, desto kleiner der Wareneinsatzanteil.

Hintergrund und Quellen: Wirtepatent und Wirteprüfung 2027: Kantone, G1, Ablauf, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 3 · Wirtepatent · Prüfung

Ein Gast mit Laktoseintoleranz fragt im Restaurant Bahnhof nach Milchzucker in einer Rahmsauce. Wie ist Laktose im Allergenrecht einzuordnen?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Milch und Milchprodukte, einschliesslich Laktose, stehen auf der Liste der Stoffe, die genannt werden müssen

Zu den allergenen Stoffen gehören Milch und Milchprodukte einschliesslich Laktose. Gäste mit Laktoseintoleranz haben deshalb Anspruch auf eine zutreffende Auskunft.

Hintergrund und Quellen: Wirtepatent und Wirteprüfung 2027: Kantone, G1, Ablauf, Kosten · Stand: 08.11.2026

Frage 4 · Entzug/Verwarnung

Bei einer Kontrolle werden in einem Gastbetrieb schwere Hygienemängel mit akuter Gesundheitsgefahr festgestellt. Darf die Behörde den Betrieb schon vor Abschluss des Verfahrens schliessen?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Ja, wenn eine akute Gefahr besteht, kann sie den Betrieb vorsorglich sofort schliessen

Bei einer unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit sind vorsorgliche Massnahmen bis hin zur sofortigen Schliessung möglich. Das dient dem Schutz der Gäste und ist verhältnismässig, wenn die Gefahr akut ist.

Frage 5 · LMG/LGV Grundsätze

Auf welche Strecke bezieht sich der Grundsatz, dass Lebensmittel sicher sein müssen?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Auf die gesamte Lebensmittelkette vom Erzeuger bis zur Abgabe an die Konsumierenden

Das Lebensmittelrecht erfasst alle Stufen von der Primärproduktion über Verarbeitung und Handel bis zur Abgabe. Jede Stufe ist für ihren Bereich verantwortlich. Der Gastbetrieb steht am Ende der Kette und muss deshalb seine Lieferanten sorgfältig auswählen und die Ware kontrollieren.

Frage 6 · Prävention, Früherkennung

Welche Beobachtung deutet bei einem Stammgast am ehesten auf ein riskantes Konsummuster hin, das der Wirt vorsichtig ansprechen sollte?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Der Gast trinkt zunehmend früher am Tag, verträgt immer mehr und reagiert gereizt, wenn man seinen Konsum erwähnt.

Warnzeichen sind Steigerung der Menge, früherer Beginn, Kontrollverlust und Abwehr bei Ansprache. Gelegentlicher oder moderater Konsum und Verzicht sind unauffällig. Der Wirt spricht Beobachtungen respektvoll an und verweist bei Bedarf auf Beratungsstellen.

Frage 7 · Sozialversicherungen im Betrieb

Der Aushilfe Lea Brunner wird am 20.06.2026 siebzehn Jahre alt und arbeitet seit längerem im Betrieb «Seeblick» in Zug. Ab wann ist ihr Lohn grundsätzlich AHV-beitragspflichtig?

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Richtige Antwort: Ab dem 01.01.2027, also ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres.

Erwerbstätige sind ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres beitragspflichtig. Für Lea Brunner ist das der 01.01.2027. Die Volljährigkeit spielt dafür keine Rolle.

Frage 8 · Versicherungen des Betriebs

Beim Abschluss einer Gebäudeversicherung für das Hotel «Alpenrose» verschweigt der Inhaber, dass im Vorjahr ein Wasserschaden mit grossem Ausmass eingetreten ist, obwohl der Versicherer im Antrag danach gefragt hat. Was kann der Versicherer nach Kenntnis davon tun?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Er kann den Vertrag innert vier Wochen seit Kenntnis der Verschweigung durch schriftliche Erklärung kündigen

Wer beim Vertragsabschluss erhebliche Gefahrstatsachen, nach denen der Versicherer ausdrücklich gefragt hat, verschweigt oder unrichtig mitteilt, verletzt die Anzeigepflicht. Der Versicherer kann dann den Vertrag innert vier Wochen nach Kenntnis durch schriftliche Erklärung kündigen. Die Wirtschaftlichkeit der Prämie ändert daran nichts.

Frage 9 · MWST im Gastgewerbe

Gäste des Restaurants Sternen runden die Rechnung freiwillig auf und legen das Trinkgeld direkt dem Servicepersonal auf den Tisch. Wie ist das mehrwertsteuerrechtlich zu behandeln?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Es gehört nicht zum Entgelt des Betriebs und ist nicht Teil des steuerbaren Umsatzes

Trinkgelder, die Gäste freiwillig und direkt dem Personal geben, sind kein Entgelt für die Leistung des Betriebs und deshalb mehrwertsteuerlich nicht zu erfassen. Anders ist es bei einem fest verrechneten Bedienungszuschlag.

Frage 10 · Marketing-Grundlagen Gastro

Ein neues Bistro hat kaum Werbebudget. Die Inhaberin bittet zufriedene Gäste ausdrücklich, das Lokal im Freundeskreis weiterzuempfehlen. Welche Wirkung nutzt sie damit?

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Richtige Antwort: Die Empfehlung zufriedener Gäste als glaubwürdige, günstige Werbung

Empfehlungen von Gästen gelten als besonders glaubwürdig und kosten wenig. Voraussetzung ist ein Angebot, über das Gäste gerne sprechen. Gerade für junge Betriebe mit kleinem Budget ist die Mund-zu-Mund-Werbung ein wichtiges Instrument.

Frage 11 · Gefahrstoffe, Reinigungsmittel

In einem fensterlosen Keller wird die CO2-Flasche der Zapfanlage ersetzt. Welche Gefahr steht im Vordergrund?

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Richtige Antwort: Austretendes CO2 verdrängt den Sauerstoff und kann zum Ersticken führen; Raum lüften und Flasche gegen Umfallen sichern

Kohlendioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich in Kellern und tiefen Räumen. Dort verdrängt es Sauerstoff und kann ohne Vorwarnung zum Ersticken führen; Lüftung, gesicherte Gasflaschen und gegebenenfalls ein Gaswarngerät sind daher wichtig.

Frage 12 · Persönliche/fachliche Voraussetzungen

Ab welchem Alter ist eine Person nach ZGB grundsätzlich volljährig und damit eine der persönlichen Voraussetzungen für die Führung eines Gastbetriebs erfüllt?

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Richtige Antwort: Ab 18 Jahren, sofern keine Urteilsunfähigkeit besteht

Nach ZGB Art. 14 ist volljährig, wer das 18. Altersjahr zurückgelegt hat. Handlungsfähig ist, wer volljährig und urteilsfähig ist (ZGB Art. 12 ff.). Die Handlungsfähigkeit gehört zu den persönlichen Voraussetzungen der Gesuchsteller.

Frage 13 · LMG/LGV Grundsätze

Gilt das Leitungswasser, das ein Restaurant seinen Gästen im Krug serviert, rechtlich als Lebensmittel?

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Richtige Antwort: Ja, Trinkwasser ist ein Lebensmittel und untersteht dem Lebensmittelrecht

Als Lebensmittel gelten alle Stoffe, die zur Aufnahme durch den Menschen bestimmt sind, einschliesslich Getränken und Trinkwasser. Der Betrieb muss deshalb auch bei Wasserkrügen, Eiswürfeln und Getränkeleitungen auf Hygiene achten.

Frage 14 · Prävention, Früherkennung

Welche Aussage zum Standardglas im Gastgewerbe ist richtig?

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Richtige Antwort: Bier, Wein und Spirituose enthalten in der üblichen Ausschankmenge etwa gleich viel reinen Alkohol.

Ein Standardglas entspricht je nach Getränk einer Menge mit ungefähr gleich viel reinem Alkohol. Wirtinnen und Wirte nutzen dieses Prinzip, um Gästen und Mitarbeitenden den Konsum verständlich zu erklären. Wichtig ist, dass kleine Gläser starker Getränke nicht unterschätzt werden.

Frage 15 · Arbeits- und Ruhezeit, Überstunden

Das Hotel «Alpenruh» in Grindelwald führt für seine Angestellten keine Arbeitszeiterfassung durch. Wie lange müssen Arbeitszeitaufzeichnungen nach der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz aufbewahrt werden?

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Richtige Antwort: Fünf Jahre, weil die Unterlagen für die Durchsetzung der Arbeitszeitvorschriften verfügbar bleiben müssen

Die Arbeitgeberin muss die Unterlagen zur Arbeits- und Ruhezeit nach ArGV 1 Art. 73 während fünf Jahren aufbewahren und den Vollzugsbehörden auf Verlangen vorlegen. Die Aufzeichnung ist im Gastgewerbe besonders wichtig, weil sonst die Überstunden nur schwer zu belegen sind.

Frage 16 · Rechtsformen, Handelsregister

Zwei Geschäftspartner wollen für ihr Hotel eine Aktiengesellschaft gründen. Welches Kapital verlangt das OR bei der Gründung mindestens?

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Richtige Antwort: Aktienkapital von CHF 100'000, wovon bei der Gründung mindestens CHF 50'000 einbezahlt sein müssen

Das Mindestaktienkapital der AG beträgt CHF 100'000. Bei der Gründung müssen mindestens 20 % jeder Aktie, insgesamt aber mindestens CHF 50'000, einbezahlt werden. Die GmbH kennt dagegen ein tieferes Stammkapital mit voller Einzahlung.

Frage 17 · Buchführung, Jahresabschluss Grundlagen

Die Stromrechnung für Oktober bis Dezember über CHF 3'200.00 trifft im Gasthof Rössli erst am 15.01. ein. Wie wird sie im Jahresabschluss richtig behandelt?

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Richtige Antwort: Der Aufwand gehört ins alte Jahr und wird per 31.12. als passive Rechnungsabgrenzung erfasst

Aufwand und Ertrag werden der Periode zugeordnet, in der die Leistung erfolgte. Eine noch nicht eingetroffene Rechnung wird deshalb per Stichtag über die passive Rechnungsabgrenzung erfasst.

Frage 18 · Personalplanung

Für ein einmaliges Grossbankett mit 200 Gästen fehlt im «Gasthof Krone» Servicepersonal. Welche Abwägung ist für die Entscheidung zwischen Temporärfirma und Aushilfen aus dem Bekanntenkreis richtig?

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Richtige Antwort: Temporärfirmen sind teurer, liefern aber rasch geeignete Kräfte

Temporärfirmen kosten mehr, bieten aber schnelle Verfügbarkeit und übernehmen Rekrutierung und Anstellung. Bei Aushilfen im Bekanntenkreis fallen ebenfalls Lohn und Sozialversicherung an. Wichtig ist in beiden Fällen eine kurze Einweisung.

Frage 19 · Gefahrstoffe, Reinigungsmittel

Eine Mitarbeiterin will Reste eines Desinfektionsmittels mit dem Piktogramm «gewässergefährdend» in den Ausguss schütten. Was ist richtig?

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Richtige Antwort: Das ist unzulässig; Reste gehören an eine Sammelstelle oder zurück zum Lieferanten

Produkte mit Umweltgefahr dürfen nicht in den Abfluss gelangen. Restmengen werden über eine Sammelstelle, den Lieferanten oder einen Entsorger zurückgegeben; dafür gelten die Chemikalien- und die Gewässerschutzvorschriften.

Frage 20 · Persönliche/fachliche Voraussetzungen

Was ist der Unterschied zwischen dem Fähigkeitsausweis und der gastgewerblichen Bewilligung?

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Richtige Antwort: Der Fähigkeitsausweis belegt die fachliche Eignung der Person, die Bewilligung ist die behördliche Erlaubnis zur Führung des Betriebs

Der Fähigkeitsausweis, etwa aus einer Wirtefachprüfung, weist nach, dass die Person die nötigen Kenntnisse hat. Die Bewilligung oder das Patent ist ein Verwaltungsakt der zuständigen Behörde. Beides zusammen ist meist Voraussetzung zum Führen eines Betriebs.

Frage 21 · LMG/LGV Grundsätze

Wann gilt ein Lebensmittel nach dem Lebensmittelrecht als nicht sicher und darf deshalb nicht abgegeben werden?

Eine Antwort ist richtig.

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Richtige Antwort: Wenn es gesundheitsschädlich oder für den Verzehr durch Menschen ungeeignet ist

Sicher sind Lebensmittel, wenn sie weder gesundheitsschädlich noch für den Verzehr ungeeignet sind. Datum, Herkunft oder Aufmachung allein entscheiden darüber nicht.

Frage 22 · Alkohol- und Tabakabgabe, Altersgrenzen

Wie überprüft das Personal bei Zweifeln am Alter einer Gästin die Altersgrenze zuverlässig?

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Richtige Antwort: Durch Vorweisen eines amtlichen Ausweises mit Geburtsdatum, zum Beispiel einer Identitätskarte oder eines Passes

Zuverlässig ist nur ein amtliches Dokument mit Geburtsdatum und Foto. Wer bei Zweifeln darauf verzichtet, riskiert eine Widerhandlung gegen die Abgabevorschriften. Die Kontrolle gehört zur betrieblichen Sorgfaltspflicht.

Frage 23 · Ferien, Feiertage, Lohnfortzahlung

Die Köchin Sara Maurer war im laufenden Dienstjahr wegen einer Grippe insgesamt zwölf Tage arbeitsunfähig. Die Wirtin möchte deshalb ihren Ferienanspruch kürzen. Ist das zulässig?

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Richtige Antwort: Nein, bei unverschuldeter Krankheit von weniger als einem Monat dürfen die Ferien nicht gekürzt werden.

Ist die Arbeitnehmerin ohne eigenes Verschulden verhindert, zum Beispiel wegen Krankheit, darf der Arbeitgeber die Ferien erst kürzen, wenn die Verhinderung im Dienstjahr länger als einen Monat gedauert hat. Zwölf Tage Grippe berechtigen deshalb nicht zur Kürzung.

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