Qualifikations­verfahren Elektro­installateur/in EFZ: VPA, Berufskenntnisse, Noten

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Elektroinstallateur/in EFZ · Prüfung · Stand

Am Ende der vierjährigen Lehre entscheidet das Qualifikationsverfahren über dein Fähigkeitszeugnis. Es besteht aus vier Teilen: praktische Arbeit, Berufskenntnisse, Allgemeinbildung und Erfahrungsnote. Wichtig: Seit 2026 gibt es eine neue Bildungsverordnung. Welche Regeln für dich gelten, hängt vom Lehrbeginn ab.

Was das QV ist und wer es ablegt

Elektroinstallateur/in EFZ ist ein vierjähriger Lehrberuf. Das Qualifikationsverfahren (QV, früher Lehrabschlussprüfung) stützt sich auf das Berufsbildungsgesetz (BBG, SR 412.10) und die Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung (SR 412.101.220.45). Es gibt keine Fachrichtungen: Alle Lernenden durchlaufen dieselben Inhalte.

Die Verordnung wurde am 30. Juni 2025 neu gefasst und gilt seit 1. Januar 2026 für Lernende, die ab Herbst 2026 starten. Die neuen Regeln zum Qualifikationsverfahren gelten laut Übergangsbestimmung erst ab 1. Januar 2030. Bis dahin legen alle, die früher gestartet sind, das QV nach der Verordnung von 2015 ab.

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Fragen mit Lösungen

Zulassung

Als Lernende/r meldet dich der Lehrbetrieb zusammen mit dem kantonalen Amt an. Erwachsene ohne Lehrabschluss können nach Art. 32 der Berufsbildungsverordnung (BBV, SR 412.101) direkt zum QV zugelassen werden, wenn sie mindestens fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, davon mindestens drei im Beruf. In diesem Fall entfällt die Erfahrungsnote und die anderen Bereiche zählen mehr.

Prüfungsstruktur

Mehr Details zur praktischen Arbeit und zu den Berufskenntnissen findest du im Ratgeber VPA und Berufskenntnisse im Detail.

Qualifikationsbereiche
BereichUmfangGewicht
Praktische Arbeit (VPA)20 Stunden, bei der neuen Verordnung plus 30 Minuten Fachgespräch40 %
Berufskenntnisseschriftlich; 6 Stunden (alte Verordnung), 4 Stunden (neue Verordnung)20 %
Allgemeinbildungseparate Verordnung20 %
Erfahrungsnote50 % Mittel der Berufskenntnisse-Noten, 50 % Mittel der üK-Kompetenznachweise20 %

Notenberechnung und Bestehen

Noten gehen von 1 bis 6, genügend ist 4. Eine Einführung findest du unter Schweizer Notensystem. Das QV ist bestanden, wenn:

  • die Note der praktischen Arbeit mindestens 4.0 ist,
  • die Note der Berufskenntnisse mindestens 4.0 ist,
  • die Gesamtnote, auf eine Dezimalstelle gerundet, mindestens 4.0 ist.

Beispiel: VPA 4.8, Berufskenntnisse 4.2, Allgemeinbildung 5.0, Erfahrungsnote 4.5. Gesamtnote = 0.4 × 4.8 + 0.2 × 4.2 + 0.2 × 5.0 + 0.2 × 4.5 = 1.92 + 0.84 + 1.0 + 0.9 = 4.66, gerundet 4.7. Bestanden.

Wiederholung

Nach Art. 33 BBV kann das QV wiederholt werden, nach kantonalen Angaben zweimal. Welche Teile du wiederholen musst und ob ein zusätzliches Lehrjahr nötig ist, klärst du mit dem kantonalen Berufsbildungsamt und deinem Betrieb.

Kosten, Termine, Zuständigkeit

Das Verfahren organisiert das kantonale Berufsbildungsamt mit Experten von EIT.swiss und den Kantonen. Für Lernende ist das QV in der Regel gebührenfrei. Prüfungstermine erfährst du über deinen Betrieb und deine Berufsfachschule. Bundesbeiträge für Vorbereitungskurse gibt es hier nicht, sie betreffen nur die höhere Berufsbildung. Zu Bundesbeiträgen findest du Infos in einem eigenen Ratgeber.

Themen im Bildungsplan

Die neue Verordnung nennt sechs Handlungskompetenzbereiche:

  • Organisieren der Installationsarbeiten
  • Einbauen von Elektroinstallationen im Rohbau
  • Installieren von Elektroanlagen
  • Installieren von Gebäudetechnik
  • Erbringen von Dienstleistungen
  • Abschliessen der Elektroinstallation

Lernplan für Lernende

Plane drei Einheiten pro Woche: eine Rechenübung, eine Normen- und Schutzmassnahmen-Einheit, eine Praxisreflexion mit Fotos oder Plänen aus dem Betrieb. Rechenwege übst du mit Ohmsches Gesetz und Spannungsfall. Schutzmassnahmen findest du in Schutzmassnahmen, LS und RCD. Typische Fehler und einen Plan zeigt Lernplan und typische Fehler.

Was Experten in der VPA sehen wollen

Experten bewerten nicht nur das Ergebnis, sondern auch dein Vorgehen. Dazu gehören die Planung, die Einhaltung der Sicherheitsregeln, die Ordnung am Arbeitsplatz und die Dokumentation. Wer vor dem Beginn die Unterlagen liest, das Material kontrolliert und den Ablauf kurz plant, spart Zeit. Eine saubere Beschriftung und ein ordentliches Messprotokoll gehören zur Qualität.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

Selbsttest

Beantworte die Fragen im Kopf und öffne dann die Lösung.

Aufgabe 1

Welche Hauptaufgabe hat ein Leitungsschutzschalter (LS) in einem Endstromkreis?

  1. Die Leitung vor Überlast und Kurzschluss schützen.
  2. Die Netzspannung konstant auf 230 V regeln.
  3. Den Energieverbrauch des Stromkreises messen.
  4. Fehlerströme gegen Erde erkennen.
Lösung anzeigen

Richtig: A. Ein Leitungsschutzschalter schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, indem er bei Überschreiten zulässiger Stromwerte automatisch abschaltet.

Aufgabe 2

Welche Aussage zu einem potentialfreien Kontakt eines Relaisaktors trifft zu?

  1. Der Kontakt kann unabhängig vom Steuerstromkreis für einen eigenen, separaten Stromkreis genutzt werden
  2. Der Kontakt führt immer dasselbe Potential wie die Steuerspule
  3. Ein potentialfreier Kontakt darf nur mit Kleinspannung betrieben werden
  4. Potentialfrei bedeutet, dass der Kontakt dauernd geschlossen ist
Lösung anzeigen

Richtig: A. Ein potentialfreier Kontakt ist galvanisch vom Steuerstromkreis getrennt und kann deshalb für einen eigenen, unabhängigen Lastkreis genutzt werden.

Aufgabe 3

Wie ist bei einem während der Abschlussprüfung festgestellten Mangel korrekt vorzugehen?

  1. Der Mangel wird ignoriert, wenn er optisch nicht auffällt
  2. Der Mangel wird dokumentiert und vor der Abnahme behoben oder mit der Kundschaft bzw. Bauleitung besprochen
  3. Der Mangel wird erst nach der Übergabe an die Kundschaft gemeldet
  4. Der Mangel wird ausschliesslich mündlich im Team erwähnt, ohne Eintrag im Protokoll
Lösung anzeigen

Richtig: B. Ein festgestellter Mangel wird dokumentiert und vor der Abnahme behoben oder mit Kundschaft bzw. Bauleitung besprochen. Ignorieren oder rein mündliches Merken genügt nicht.

Beispielfragen aus dem Gratis-Test

Wähle eine Antwort im Kopf und öffne dann die Lösung.

Frage 1

Wie werden Baustellenabfälle wie Kabelreste und Verpackungsmaterial grundsätzlich entsorgt?

  1. Immer gemeinsam in einer einzigen Mulde, unabhängig vom Material
  2. Ausschliesslich durch Verbrennen vor Ort
  3. Die Entsorgung ist grundsätzlich Sache der Kundin allein
  4. Getrennt nach Materialart, damit eine fachgerechte Verwertung bzw. Entsorgung möglich ist
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: D. Kabelreste, Verpackungsmaterial und andere Abfälle werden nach Materialart getrennt gesammelt, damit verwertbare Stoffe wie Kupfer dem Recycling zugeführt und der Rest fachgerecht entsorgt werden kann.

Frage 2

Welcher Dübeltyp wird für die Befestigung einer Abzweigdose in einer tragenden Betonwand typischerweise verwendet?

  1. Ein für Beton zugelassener Dübel, passend zur Lastanforderung
  2. Ein reiner Gipskartondübel ohne Verankerung im Vollmaterial
  3. Doppelseitiges Klebeband
  4. Ein Holzdübel ohne Lastangabe
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: A. Für Vollbaustoffe wie Beton braucht es einen dafür zugelassenen Dübel mit ausreichender Traglast; Hohlwanddübel, Klebeband oder unspezifizierte Holzdübel bieten keine zuverlässige Verankerung.

Frage 3

Was bewirkt eine Phasenanschnittsteuerung in einem Dimmer?

  1. Sie schaltet den Strom pro Halbwelle verzögert zu und reduziert so die wirksame Leistung.
  2. Sie senkt die Netzspannung dauerhaft auf einen festen tieferen Wert.
  3. Sie verändert die Netzfrequenz der Installation.
  4. Sie schützt die Lampe gegen Überspannung.
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: A. Eine Phasenanschnittsteuerung schaltet den Strom innerhalb jeder Netzhalbwelle erst nach einem einstellbaren Zeitpunkt zu und reduziert dadurch die an der Lampe wirksame mittlere Leistung.

Frage 4

Ein passiver Infrarot-Bewegungsmelder (PIR) reagiert in einem Lager nicht zuverlässig auf Personen, die sich sehr langsam bewegen. Was ist die wahrscheinlichste fachliche Erklärung?

  1. Langsame Bewegungen erzeugen nur geringe Änderungen der Wärmestrahlung, die schwerer erkannt werden
  2. PIR-Melder erfassen grundsätzlich nur Geräusche, keine Bewegung
  3. PIR-Melder benötigen für jede Erfassung eine separate Fernbedienung
  4. PIR-Melder funktionieren ausschliesslich bei vollständiger Dunkelheit
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: A. PIR-Sensoren erkennen Veränderungen der Infrarot-Wärmestrahlung im Erfassungsbereich. Je langsamer sich eine Wärmequelle bewegt, desto geringer ist die Signaländerung pro Zeiteinheit, was die Erkennung erschwert - anders als bei einem Ultraschall- oder Radarsensor, der Bewegung über Laufzeitänderungen erfasst.

Frage 5

Welche Aussage zur Beratung bezüglich Standby-Verbrauch ist korrekt?

  1. Standby-Verbrauch tritt ausschliesslich bei Beleuchtungskörpern auf
  2. Viele Geräte verbrauchen auch im Standby-Betrieb eine geringe, aber über die Zeit relevante Energiemenge
  3. Geräte im Standby-Betrieb verbrauchen grundsätzlich überhaupt keine Energie
  4. Der Standby-Verbrauch ist für die Stromrechnung grundsätzlich bedeutungslos
Lösung und Erklärung anzeigen

Richtig: B. Auch wenn ein einzelnes Gerät im Standby-Betrieb nur wenig Energie aufnimmt, summiert sich dieser Verbrauch über viele Geräte und lange Zeiträume zu einem durchaus relevanten Anteil am Gesamtverbrauch.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die Berufskenntnisse-Prüfung?

Nach der alten Verordnung 6 Stunden, nach der neuen 4 Stunden, schriftlich. Welche gilt, hängt vom Lehrbeginn ab.

Wie lange dauert die praktische Arbeit?

20 Stunden. Die neue Verordnung ergänzt ein Fachgespräch von 30 Minuten.

Wann habe ich bestanden?

Praktische Arbeit, Berufskenntnisse und Gesamtnote müssen je mindestens 4.0 sein.

Gibt es Fachrichtungen?

Nein. Alle Lernenden haben dasselbe Programm.

Kann ich wiederholen?

Ja, nach Art. 33 BBV. Details klärst du mit dem kantonalen Amt.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitVPA und Berufskenntnisse Elektroinstallateur/in EFZ: Bewertung verstehen

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