IPA Informatiker/in EFZ: Ablauf, Bewertung, Präsentation

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Informatiker/in EFZ · IPA · Stand

Die IPA zählt 40 % deiner Gesamtnote und muss mindestens eine 4.0 ergeben. Wer sie gut plant, hat schon viel gewonnen. Dieser Ratgeber erklärt Ablauf, Bewertung und typische Fehler.

Was die IPA ist

IPA steht für individuelle praktische Arbeit. Du bearbeitest allein einen realistischen Auftrag aus dem Berufsalltag deines Betriebs. Der Auftrag wird vorab von Fachvorgesetzten und Expertinnen oder Experten geprüft und genehmigt. Er soll dein Können in der gewählten Fachrichtung zeigen.

Die Dauer liegt bei 70 bis 90 Stunden. Meist verteilt der Betrieb sie auf einige Wochen.

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Fragen mit Lösungen

Bewertung: 50, 20 und 30 Prozent

Das Fachgespräch ist Teil der Präsentation und dauert zusammen höchstens 60 Minuten.

Teilnoten der IPA
TeilGewicht in der IPAWorauf es ankommt
Ausführung und Resultat der Arbeit50 %Funktionierende Lösung, saubere Umsetzung, Qualität
Dokumentation20 %Nachvollziehbar, vollständig, strukturiert
Präsentation und Fachgespräch30 %Verständlich erklären, Fragen sicher beantworten

Ablauf Schritt für Schritt

  • Aufgabenstellung entwerfen und mit der Berufsbildnerin oder dem Berufsbildner abstimmen.
  • Eingabe an die Expertinnen und Experten, Rückmeldung abwarten und anpassen.
  • Zeitplan mit Meilensteinen erstellen, Puffer einplanen.
  • Durchführen: Anforderungen klären, Lösung bauen, testen.
  • Tägliches Arbeitsjournal führen, damit die Dokumentation nicht nachgeschrieben werden muss.
  • Dokumentation abgeben, Präsentation und Fachgespräch absolvieren.

Gute Dokumentation

Die Dokumentation zeigt, wie du denkst. Sie braucht eine klare Gliederung: Ausgangslage, Ziel, Anforderungen, Varianten, Entscheid mit Begründung, Umsetzung, Test, Fazit. Ein Variantenvergleich mit sachlichen Kriterien wie Aufwand, Wartbarkeit und Kompatibilität wirkt stärker als eine blosse Behauptung.

Halte Entscheide fest, auch Sackgassen. Prüfende wollen sehen, dass du Probleme erkennst und löst.

  • Quellen und verwendete Hilfsmittel angeben.
  • Screenshots und Konfigurationen beschriften.
  • Tests mit erwartetem und tatsächlichem Resultat protokollieren.
  • Sicherheit und Datenschutz kurz begründen.

Präsentation und Fachgespräch

Du zeigst zuerst dein Ergebnis und beantwortest danach Fragen. Präsentation und Fachgespräch dauern zusammen höchstens eine Stunde, die Aufteilung regeln die Prüfungsunterlagen. Beginne mit dem Nutzen für den Auftraggeber und nicht mit der Technik. Eine Live-Demo ist stark, braucht aber einen Plan B (Screenshots oder Video), falls etwas ausfällt.

Im Fachgespräch fragen die Expertinnen und Experten nach Begründungen. Übe Sätze wie «Ich habe mich für X entschieden, weil …». Gib offen zu, wenn du etwas nicht weisst, und zeige, wie du es herausfinden würdest.

Typische Fehler

  • Zu grosser Auftrag: Er passt nicht in die verfügbaren Stunden.
  • Dokumentation erst am Schluss geschrieben.
  • Keine Tests oder nur ein Test mit dem Idealfall.
  • Entscheide ohne Begründung.
  • Präsentation überladen und über die Zeit.

Zusammenhang mit der Gesamtnote

Die IPA zählt 40 % und ist eine Muss-Note: Liegt sie unter 4.0, ist das QV nicht bestanden, auch wenn die Gesamtnote reicht. Den Rest der Rechnung findest du im Hauptratgeber Qualifikationsverfahren Informatiker/in EFZ.

Zeitplanung: ein Beispiel

Bei 80 Stunden bewährt sich ein Plan mit festen Blöcken und einem Puffer von rund zehn Prozent. Passe die Werte an deine Aufgabe an.

Beispiel für 80 Stunden
PhaseStundenErgebnis
Analyse und Anforderungen10Anforderungsliste, Abgrenzung, Risiken
Planung und Varianten10Zeitplan, Variantenvergleich, Entscheid
Umsetzung30Funktionierende Lösung
Test und Korrektur10Testprotokoll, behobene Fehler
Dokumentation12Abgabefertige Unterlagen
Präsentation vorbereiten8Folien, Demo, Probelauf

Sicherheit, Datenschutz und Kundendaten

In der IPA arbeitest du oft mit realen Systemen. Halte dich an die Regeln deines Betriebs. Kundendaten gehören nicht in Screenshots der Dokumentation, ausser sie sind anonymisiert. Zugangsdaten und Schlüssel schreibst du nie im Klartext in die Abgabe. Der Datenschutz ist im Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) geregelt, im Betrieb gelten dazu interne Weisungen.

Teste neue Skripte und Änderungen immer in einer Testumgebung mit repräsentativen Daten, bevor du sie produktiv einsetzt. Dieses Vorgehen zeigt den Expertinnen und Experten, dass du Risiken ernst nimmst.

Fragen im Fachgespräch üben

Diese Fragen stellen Prüfende häufig. Beantworte sie laut, mit Begründung und mit einem Beispiel aus deiner Arbeit.

  • Warum hast du diese Variante gewählt und welche hast du verworfen?
  • Was war die grösste Schwierigkeit und wie hast du sie gelöst?
  • Wie hast du getestet und was wäre bei einem Fehler passiert?
  • Was würdest du mit mehr Zeit verbessern?
  • Wie hast du Sicherheit und Datenschutz berücksichtigt?
  • Wie würde ein anderer Mitarbeiter deine Lösung übernehmen und betreiben?

Beispiele für passende IPA-Themen

Das Thema muss zu deiner Fachrichtung passen und in der verfügbaren Zeit lösbar sein. Der Umfang ist wichtiger als der Glanz der Idee.

  • Plattformentwicklung: Aufbau und Absicherung eines Dateiservers mit Rechteverwaltung und Backup, Einrichten einer segmentierten Netzwerkumgebung mit VLANs, Automatisierte Bereitstellung virtueller Maschinen.
  • Applikationsentwicklung: Webanwendung mit Datenbank und Benutzerverwaltung, Schnittstelle zwischen zwei bestehenden Systemen, Mobile App mit Anbindung an ein Backend.
  • Ein enges, klar abgegrenztes Ziel mit Testbarkeit ist besser als ein riesiges Projekt, das unfertig bleibt.

Wichtig zu wissen

Aufbau, Termine, Gebühren und Zulassung legt die Prüfungsträgerschaft fest und kann sie ändern. Massgebend sind die aktuelle Prüfungsordnung und Wegleitung. Dieser Ratgeber ist ein unabhängiges Lernangebot und keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Wer wählt das Thema der IPA?

Der Betrieb entwirft die Aufgabe mit dir. Sie wird von der Prüfungsleitung geprüft und genehmigt.

Wie lange dauert die IPA?

70 bis 90 Stunden.

Was zählt mehr, Dokumentation oder Präsentation?

Die Präsentation mit Fachgespräch zählt 30 %, die Dokumentation 20 %. Am meisten zählt mit 50 % die Ausführung.

Darf ich Hilfsmittel nutzen?

Laut Bildungsverordnung dürfen Lerndokumentation und üK-Unterlagen verwendet werden. Weitere Regeln stehen in den Prüfungsunterlagen und der Aufgabenstellung. Gib Hilfsmittel immer an.

Quellen und weiterführende Links

Weiter mitProjektmethoden für Informatiker/innen EFZ: Wasserfall, V-Modell, Scrum

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